Steinarchiv, Infos zu Marmor, Granit und vielen Natursteinen


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über Natursteine – wie Marmor, Granit, Limestone
und andere Gesteinsarten.
 

Marmor ist ein Kristallstein, der als Kalkstein entstand, und zwar etwa vor 60 bis 600 Millionen Jahren — deshalb kommt Marmor nur in den ältesten Gesteinsschichten der Erde vor. Das weiche Metall Calcium bildet mit Kohlensäure das Salz Calciumcarbonat, aus dem viele Gebirge bestehen. Dieses Calciumcarbonat verwandelt sich durch Metamorphose in Marmor. „Metamorphose“ ist ein chemisch-physikalisches Kleinkunstwerk unserer Mutter Erde, die es fertig bringt, tief in ihrer Kruste festes, hartes Gestein unter unvorstellbar hohem Druck und bei hohen Temperaturen umzubauen. Nicht dass es schmilzt: seine Struktur ändert sich, sie kristallisiert. Der Marmor, den wir kennen, wird in großen Blöcken aus dem Erdreich gesprengt, in Scheiben gesägt und mit großem Aufwand in glänzende Platten von eindrucksvoller Schönheit verwandelt, in den verschiedensten Farben und Mustern. Logischerweise immer individuell — jede Marmorplatte sieht ein wenig anders aus. Und immer rein natürlich: denn Marmor ist der Naturstein schlechthin.
 





Steinabbau in Portugal.
Die Blöcke werden in Gruben geschnitten und mit Kränen heraus gehoben.



Granit ist Vulkangestein, und zwar zusammengepresstes. Es entsteht, wenn Lava unter hohem Druck erkaltet — da, wo auch Marmor geboren wird: in der Tiefen der Erdkruste. Chemisch steht im Mittelpunkt Silizium, das zweithäufigste Element auf unserer Erde, ein erstaunlich dickfelliges Halbmetall: von Säure lässt es sich kaum angreifen, Elektronen leitet es bestenfalls sehr unwillig, und mit den meisten Elementen verbindet es sich nur bei starkem Erhitzen. Die Salze und Ester des Siliziums (Silikate) verwandeln sich in Granit, wenn sie unter Hochdruck von über 1000° Celsius abkühlen. Der lockere Bruder des Granits ist übrigens der Basalt; während Granit unter Druck entsteht (»intrusiv« sagt der Fachmann), bildet sich Basalt ohne Druck, etwa wenn Lava aus einem Vulkan fließt und erkaltet (»extrusiv«). Man sieht, was 1000 Atmosphären Druck und ein paar hundert Grad Celsius bewirken. Wie hart Granit ist, erkennen Sie daran, dass man ihn noch nicht einmal mit Werkzeugen bearbeiten kann, die für Stahl wunderbar geeignet sind. Dem Granit kann man nur mit ganz speziellen Diamantwerkzeugen etwas anhaben. Das bietet für Sie einen speziellen Reiz, falls Sie Kinder mit Hang zu materialverschleißenden Experimenten haben. Bastelmaßnahmen, die auf mancher Oberfläche ewige unschöne Spuren hinterlassen, können einem Granit wenig anhaben. Granit ist härter als Stahl und von anziehender Schönheit. Granit wird wie Marmor freigesprengt, in Scheiben gesägt und poliert.
 





Steinabbau in Italien.
Hier wird der berühmte Bianco Carrara abgebaut. Große Blöcke werden aus dem Berg geschnitten und mit LKW´s über enge Straßen herunter transportiert zu den weiterverarbeitenden Marmorsägereien.



Granitplatten sehen genauso schön aus wie Marmorplatten. Während Marmor immer eine Art von Schlieren in sich trägt, sieht Granit aus, als habe man durch ein Gewühle von steingewordenen Bläschen geschnitten. Kreisförmige Muster kennzeichnen Granitplatten, selbst wenn sich dort auch andere Figuren zeigen. Sogar einem Experten kann es geschehen, dass er mal Marmor und Granit auf den ersten Blick verwechselt (es ist dann allerdings kein Experte vom »Steinarchiv.de«).

Granit und Marmor sind zwar ungefähr gleich schwer (etwa 2,7 g / cm3, aber Granit ist wesentlich härter als Marmor, sogar härter als Stahl!
 

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